
Zunächst eine kurze Zusammenfassung: Die Vier Edlen Wahrheiten des Buddha lehren uns:
1. Wir leiden.
2. Das liegt daran, dass wir an unseren Wünschen festhalten.
3. Es gibt ein Heilmittel.
4. Die Abhilfemaßnahme besteht in der Anwendung eines vorgeschriebenen Rezepts.
Ich widerspreche Buddha hier nicht, im Gegenteil, ich hoffe, er hat Recht. Zumindest die ersten beiden Wahrheiten kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen: Erstens leide ich; und zweitens, weil ich mir wünsche, ich und/oder die Welt um mich herum wären in irgendeiner Hinsicht anders.
Doch dann kommen die Zahlen 3 und 4. Hier sagt Buddha, dass es ein Heilmittel gibt, dass das Leiden verschwinden kann. Das wirft Fragen auf.
Erstens zeigt es uns, dass unser Leid psychologische Ursachen hat. Anders ausgedrückt: Die Probleme sind eigentlich keine Probleme, sondern spiegeln lediglich die Beschaffenheit der Welt wider. Das Problem ist, dass wir sie als Probleme interpretieren. Würden wir sie nicht als Probleme interpretieren, wären sie tatsächlich keine. In diesem Sinne handelt es sich im Kern um ein psychologisches Problem. Das ist bemerkenswert, wie ich finde. Und zweitens zeigt es uns, dass wir selbst die Schöpfer unserer interpretierten Realität sind, dass die Entscheidung, uns von der Knechtschaft des Menschen zu befreien, in unseren Händen liegt.
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